

plattenplattenplatten![]() ein dicker haufen musik, zum vergrößern klicken eines der vielen mysterien im "musikgeschäft" - so war es zumindest früher immer für mich - dürfte wohl das der bemusterung sein. vor noch knapp 10 jahren als wir drüben in trier noch ein fanzine zusammenklebten (schere/prittstift-layout) war es mir ein rätsel, wie es bitteschön sein kann, kostenlos an musik ranzukommen, ja, sie sogar von den labels freiwillig zugesandt zu bekommen. damals war musik noch so etwas wie heilig und sowieso selbstverständlich, dafür zahlen zu müssen, brav auf die veröffentlichung zu warten und am nächsten tag möglichst mit allerlei muckertum-spezialwissen glänzen zu können. nun lernt man über die jahre vieles über gewisse mechanismen dazu und ist letztendlich - so war es damals auch schon, das wusste ich nur nicht so ganz - teil der marketingmaschine. das nur vorweg gesagt, damit sich das nachfolgende nachher nicht etwas zu un- bzw. überkritisch liest. im uhrzeigersinn: die sehr wunderbare gruppe kante ist momentan mit der ebenfalls sehr entzückenden gruppe sport unterwegs im tourbus, heute abend sogar in köln. dazu hat sich die promo-firma eines der gängigsten mittel der tourpromo ausgesucht: 'ne single! die wahrheit steht hier nun schon eine ganze weile als 10"-vinyl herum, inklusive dem 8-minutenbrenner-instrumental "wiener strasse". auf der cd wiederum findet man nur das original und den auf clubtauglichkeit runtergekürzten viereinhalbminüter, also eigentlich nur knapp 60 prozent wahrheit. macht aber nix, denn herr waldar mag kante auch so, spielt die auch gerne und hatte neulich auch sehr viel spaß beim interview, als es um radios und station-ids ging. die zeigen hier mal wieder, wieso jan delay recht hat und rest-popkultur-deutschland einen ganzen wald im arsch hat. hohes niveau, muss man erstmal rankommen! >> "die wahrheit" auf myspace anhören leider kann man das von der laut selbstauskunft melodischen punkrock spielenden gruppe killerpilze (großes P, große Ls) leider so gar nicht behaupten. die müssen zwar im oktober/november auch wieder auf die straße bzw. auf konzerttournee, aber wirklich hin will eigentlich nur die clerasil-zielgruppe und die gesamte bravo-redaktion. da wird der titel der "aktuellen single" auch schnell zum kanon, denn ich kann auch ohne dich ist zwar nicht zwingend melodischer punkrock sondern eher klassischer oberstufen-deutschrock, gleichzeitig aber auch ein wenig unbeholfener nachruf richtung ex. bei außenstehenden, also ab 18 oder vielleicht nur bei mir, löst der titel alleine aber auch schon genügend abscheu aus, um dieses juwel der popkultur nach einem hördurchgang mit einem gezielten wurf richtung tonne zu befördern. file under: ressourcenverschwendung. >> "ich kann auch ohne dich" auf youtube ansehen im gleichen umschlag kam übrigens auch die - so nennt die gesamte musikjournallie als auch ich das gerne - "single zum gleichnamigen album" damn right von der ebenfalls deutschen band one fine day. das klingt nicht nur alles ziemlich emorock, das ist es auch. und würde ich emorock mögen, dann würde ich wahrscheinlich auch das hier mögen. mein emocore hörender mitbewohner schlurfte zumindest gerade deswegen hier ins zimmer, sagte was von "klingt wie panic! at the disco" und hat sogar ein bißchen recht. die single hat dann auch noch mehr: "goodbye reality" klingt wie haarscharf an "54, 76, 90, 20dings" vorbeigeschrammt bzw. auch wie die guten alten skatepunk-bands von 1995, "burn (a fire within)" ist dann schon emocore im klassisch-melodischen sinne. ganz okayer, am 06.10. erscheinender rock, für mich privat allerdings weniger interessant. >> "damn right" auf myspace anhören es gibt einige bands - vorsicht: phrasenschwein! - da rollen sich mir die zehennägel hoch. dazu gehören auch madsen, die mich schon rein wortmalerisch so sehr an batzen erinnern, und hundefutter ist für mich ja eher uncool. anyway, madsen haben durchaus fans und sind vermutlich total nette menschen, aber - da haben wir's wieder - die single zum album goodbye logik ist eher uuaahhhh. da verabschiede ich mich bei zeilen wie "unangemeldet und unerhofft / unüberlegt und unverkopft / keine erwartung, kein rendevous / und jetzt kommst du " schnell in duck&cover-haltung, fremdschämen auf hohem niveau. goodbye madsen, das mit uns wird nix mehr! >> "goodbye logik" auf madsenmusik.de anhören was man ja nie sein will, lokalpatriot nämlich, ist man meistens sehr wohl, gibt es nur nicht zu. so verhalte ich mich gerne köln, noch gerner jedoch dem label raketemusik gegenüber. da erscheinen nicht nur so coole sachen wie urlaub in polen (neue platte demnächst, vormerken!) und ampersand, sondern demnächst auch die ebenfalls sehr guten s.p.q.r.t. aus vermont. und, >> "lipstick" auf myspace anhören über hot gossip dachte ich anfangs, sie seien eine art gute, krude mischung aus junior senior und the gossip. geschnitten habe ich mich da wohl. kruder post-punk aus italien ist das, mit stellenweise surf-zitaten à la vocoder-einsatz ebi man or astro-man, nur dann in schlecht. teilweise runtergerotzte riffs die absolut keinen spass machen. in einer besseren welt wäre das hier ein gutes demo, in dieser welt veröffentlicht diese italienische band hier mit angles mäßiges album mit wenigen höhepunkten. vielleicht hatte da kein produzent den mut die kerle noch etwas proben zu lassen. anyway, das album hat stellenweise seine momente, mir persönlich gefallen die aber nicht zu sehr. >> "real mess" auf myspace anhören bei einer sache kann man nicht viel verkehrt machen: bei samplern. so muss man zur zweiten c/o pop compilation auch eigentlich nichts sagen. ein blick aufs tracklisting dürfte gustav gitarre und steffi synthie sehr glücklich machen, paul pop wird auch bedient. sehr toll kompiliert, auch wenn die zweite der beiden cds ruhig etwas weniger minimal-elektronisch hätte sein dürfen. für jeden besucher der c/o pop 2006 eigentlich pflicht! >> c/o pop auf myspace sometree gehen für mich immer als honigkuchenpferd deutschlands durch. musikalisch so amerikanisch wie sonst nichts in diesem land, so gut wie wenig in diesem land und immer noch auf der suche nach dem durchburch. denn dafür fehlt es indie-deutschland doch an kritischer masse, als dass wir sowas wie in england hinbekämen. bending the willow heißt das album, hands and arrows diese ep. besonders toll darauf: die "piano" und die "computer remix"-version, wobei mir letztere glaubhaft versichern wollte, das laufwerk würde sich gerade in seine partikel auflösen. zusätzlich noch zwei non-album-tracks und ein weiterer remix plus video drauf, watt willste noch mehr? >> "hands and arrows" & "metaphysics" auf myspace anhören ganz zum schluss noch eben the rifles: die band mit einem der vermutlich besten briten-gitarren-album dieses jahres, gleichzeitig aber auch dem hässlichsten artwork around. "peace & quiet" heisst die x-te single, diesmal für clubland bestimmt. funktioniert! und die "piano" bzw. akustik-version des stücks ist auch nett. ach, moment: the rifles sind im september auch auf tour? nee, mach dinger! waldar - 9. Sep, 18:03 link | 1 kommentar | kommentieren | 0 trackbacks
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