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yet another album

Thursday
  yet another album

camera obscura - let's get out of this country
[elefant records / rough trade / 02.06.2006]
coverobscura

pop ist ja immer so eine sache. die schublade an sich für eigentlich alles. der kleinste gemeinsame nenner, unter dem sich von gecasteten plastik-bands über langjährig aufgebaute, stimmgewaltige busenwunder bis hin zu indie-gruppen alles versammelt, hauptsache es gefällt. darunter viele unwahrheiten, von ghostwritern getextete befindlichkeiten, allgemeinplätze.

mir selbst geht es zuweilen ja auch so, dass ich mich schnell von einem einzelnen, dahergelaufenen hit anfixen lasse (letztes beispiel: nelly furtado's "maneater"), auf der anderen seite aber lieber gitarren- oder lektrobands und -künstlern zuhöre. und dann meistens mit dem zusatz "indie", denn das wirkt mir selbst gegenüber kredibel.

und wenn es popmusik gibt, die kredibel und abseits der öffentlichen aufmerksamkeit statt findet, dann dürfte dies zweifelsohne die von camera obscura sein. kaum eine andere band wie diese sechs menschen aus glasgow hätte es so sehr verdient, endlich auf der ganz großen bühne zu stehen. und trotz ihres umwerfenden indie-pops spielen camera obscura in europa nahezu keine rolle.

dabei scheint genau dies das schicksal eines jeden autoren zu sein, sich stetig in der wiederholung obenstehender passagen üben zu müssen. selten ist mir eine gruppe begegenet, die so hartnäckig nach oben geschrieben, so oft weiterempfohlen und denoch kaum beachtet wurde.

selbst ihr umwerfendes neues album - let's get out of this country, das sich schon im titel die aufbruchstimmung auf die fahne geschrieben hat - scheint nicht wirklich andocken zu können in den köpfen all derer, die immer wieder einem neuen belle & sebastian-album entgegenfiebern.

bei camera obscura würden sie eine zweite heimat finden. hier findet sich alles: die bitter-süße stimme von sängerin tracyanne campbell. die sich vor optimismus selbst überschlagenden melodien. die harmonie zwischen gitarre, bass, orgel, violine, trompete und zig anderen instrumenten. die momente der ruhe und ordnung.

seit 1996 exportiert diese band nun schon popmusik aus schottland in die leere dieser welt, gibt steilvorlagen für momente der perfekten harmonie und füllt all die kalten stellen in eisigen herzen mit wärme.

klingt schmierig, ist es aber nicht. im gegenteil: das ist alles einfach ernst gemeint. dazu genügt schon ein blick auf das camera obscura-blog. und auch wenn darin öfters mal allgemeinplätze besetzt werden: wesentlich mehr offenheit und ehrliches gibt es nur in der musik.
und wir erinnern uns: das ist im pop nicht sebstverständlich!


>> camera obscura - let's get out of this country [flash/albumstream]
>> camera obscura - lloyd, i'm ready to be heartbroken [real/stream]
>> camera obscura - lloyd, i'm ready to be heartbroken [real/12,2 mb]
>> camera obscura - let's get out of this country
[mp3/3,1 mb]



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Monday
  yet another album

tapes 'n tapes - the loon
[ibid records / 2005]
tapesloon

eigentlich, eigentlich sollte dieser text schon seit geraumer zeit stehen. ziemlich genau seit dem 06. dezember vergangenen jahres. da hatte ich nämlich endlich das debut-album der indie-popper von tapes 'n tapes im briefkasten. angefixed durch ein posting irgendwo im www, kurz über die homepage drübergeflogen, am wundervollen tapes mixer hängengeblieben und von da an rasend vor vorfreude.

nach meiner etwas euphorisch angefixeden email an die band packten die sogar schnell ein album ein, verschickten es als luftpost, nur um mir vor weihnachten eine freude zu machen.

tapes 'n tapes, dieser sich windende bastard aus indie-pop-chic und noise, mittlerweile als nächste band durch bloggerville gejagt und dazu auserkoren, anfang des sommers in deutschland aufzuschlagen. dabei klingen tapes 'n tapes gar nicht so spektakulär, würde man behaupten wenn man ihr debut the loon so nebenher laufen ließe. aber es ist das vertrackte, die liebe fürs detail, mit der hier the flaming lips, das pavement/pixies-gespann, two gallants und wolf parade zitiert werden.

diese leicht dilletantische sprödigkeit verbunden mit kindlichem charme. das glockenspiel mit der dahingehauchten raucherstimme ("in houston"). diese vor sich hinschreddernde gitarren/bassdrum-combo ("insistor"). der sich quälende, monton-stumpfe basston ("10 gallon ascots). diese bright-eyes-emo-hupen-momente ("manitoba"). dieses schöne zusammenspiel all der fehler und brüche und zerbrechlichkeiten dieses albums, dieser band, machen gerade ihre absolute liebenswürdigkeit aus.

the loon ist genau das düster-bunte album wie es das cover-artwork suggerieren möchte. und tapes 'n tapes sind die kruste auf deiner spröden lippe. der angerissene fingernagel auf dem man maniküretechnisch herumkaut. das knorpelmangel-bedingte knacken im kniegelenk. das gute und das schlechte. der reiz!


>> tapes 'n tapes - insistor [mp3/6 mb]
>> tapes 'n tapes - cowbell [mp3/3,6 mb]
>> tapes 'n tapes - omaha [mp3/4,9 mb]



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Tuesday
  yet another album

pretty girls make graves - élan vital
[matador records / beggars group / indigo / 31.03.2006]
pgmg

während alles und jeder auf das neue album der yeah yeah yeahs wartet, zeichnet sich am horizont derweil der release einer anderen frauen-fronted-singalong-gitarrenrock-combo ab: das dritte album der pretty girls make graves muss noch größer werden als das sowieso schon ziemlich brilliante "the new romance".

was man von den fünf menschen aus seattle live normalerweise um die ohren gehauen bekommt, das ist mitreissend und spannend (im sinne von anspannung) zugleich, da knistert die luft und im publikum beginnt es zu wogen, in alle richtungen. und genau diese anspannung schaffte "the new romance" wundervoll umzusetzen.

und andrea zollo geht auch auf élan vital wieder aufs ganze. ihre stimme ist immer noch das dominierenste element des pgmg-songwriting. daneben hat die band aber auch viele neue instrumente in ihrer musik arrangiert, wie beispielsweise trompeten, synthies und glockenspiel. abseits davon reisst élan vital alles um: barrieren im kopf, spannungen im bein und den hörer (also dich) beim hören. sensationen sollte man hier zwar nicht erwarten, aber eine lupenreine platte im pgmg-stil eben.

>> pretty girls make graves - the nocturnal house [mp3/4,7 mb]



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Tuesday
  yet another album

the kooks - inside in, inside out
[virgin records / emi / 24.03.2006]
thekooks

auch schon von den arctic monkeys gehört? ach, komm. don't believe the hype. dass das debut-album der briten allererste spitzen-sahne ist, darüber müssen wir jetzt nicht streiten. dass das debut-album der briten aber noch längst nicht alles ist, das sollte man ab jetzt bitte glauben.

the kooks, das ist die bessere droge! ernsthaft, diese band hat alles. alles! die mitreissenden rhythmen ("sofa song"). das gitarrenscheppern ("see the world"). diese eingängigen melodien ("ooh la"). die dubdisco/lagerfeuerromantik ("time awaits"). die mitgröhler ("jackie big tits"). die melancholie ("i want you back"). und natürlich die großen hits ("eddie's gun", "sofa song", "you don't love me", "if only", et al). das macht süchtig, schon beim ersten hören. das hat klasse, das hat stil.

call it pointiert, akzentuiert, messerscharf oder längst in dieser oder jener form von the franz und maxxximo gemacht. aber wir sind im hier und jetzt und das hier, das ist brühend heiss. das ist die geballte faust in der hosentasche, die auf der tanzfläche irgendwann doch weit nach oben gerissen wird.

das ist yet another group of 20-year-old british hair-popsters, aber "inside in, inside out" ist ein dermaßen großer wurf, das man sich ernsthaft fragen sollte, wie hoch die latte dieses jahr im indie-pop bitte noch gelegt werden muss, bzw. wer dann am ende als erster reisst.

der release ist für den 24. märz angepeilt, das album wird aber bereits bei cd-wow ausgeliefert.


>> the kooks - you don't love me [mp3 / demo]
>> the kooks - jackie big tits [mp3 / demo]
>> the kooks - sofa song [mp3 / demo]



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Thursday
  yet another album

clap your hands say yeah - clap your hands say yeah
[cooperativ / v2 records / rough trade / 20.01.2006]
clapyourhands

es ist schon fast beängstigend, was es heutzutage gearde mal an selbstläufer-dynamik braucht. binnen kürzester zeit kann jeder halbwegs musikalische autodidakt zum popstar werden, und zwar völlig abseits von casting-shows. zuletzt geschehen in brooklyn, new york. alec ounsworth ist so einer. vor einigen jahren hatte er mit musik noch nicht viel am hut, heute ist er speerspitze des diy, und sozusagen ikone der indie-szene.

mit clap your hands say yeah hat er nicht nur einen faszinierend einfach-eingängigen bandnamen, sondern auch ein album, das alle gesetze der musikindustrie umgangen - oder vielleicht sogar charikiert - hat. der mit einer fast neidisch zu betrachtenden lässigkeit ein album konzipiert und mit freunden eingespielt hat, das einen gleichzeitig lachen und weinen lassen kann.

xylophon! orgel! glockenspiel! leierorgel! rasseln! handklatschen! diese stimme! diese stimme!

diese stimme, die die beiden davids - byrne und bowie - respektvoll hüsteln lässt. diese dringlichkeit, mit der kriegsszenarien skizziert und zerbrochene freundschaften umrissen werden. und dazu diese treibenden melodien aus indie-rock, aus new-york-folk und pop.

clap your hands say yeah bordet über vor emotion und punktgenauigkeit wie kaum ein anderes album dieser tage! ja, das ist ein kaufbefehl! blind! taub! stumm!

>> cyhsy - upon this tidal wave of young blood
[mp3/4,2 mb]
>> cyhsy - over and over again (lost & found)
[mp3/2,9 mb]
>> cyhsy - over and over again (lost & found)
[quicktime/video/2,9 mb]



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Wednesday
  yet another listenwahnsinn

das haben wir ja auch beinahe vergessen: 2005 ist fast zu ende und es gibt hier keine top-10-listen? "nix!", würde optimo da wahrscheinlich sagen. erstmal herr waldar, der rest folgt (hopefully) noch!

top-10 (lang)

01 the go! team - thunder lightning strike [v2 records]
02 dfa79 - you're a woman, i'm a machine [warner]
03 diamond nights - popsicle [kemado records]
04 final fantasy - has a good home [tomlab records]
05 dungen - ta det lugnt [subliminal sounds]
06 m83 - before the dawn heals us [labels]
07 stars - set yourself on fire [city slang]
08 of montreal - the sunlandic twins [cargo records]
09 wolf parade - apologies to the queen mary [sub pop]
10 lcd soundsystem - dito [dfa records]

top-10 (kurz)

01 beck - e-pro [guero/universal]
02 minotaur shock - vigo bay [maritime/beggars banquet]
03 dangerdoom - the mask (ft. ghostface) [the mouse & the mask/rough trade]
04 editors - i buried the devil [bullets 7"/pias]
05 bloc party - luno (dfa79 rework) [silent alarm remixed/v2 records]
06 of montreal - the party's crashing me [the sunlandic twins/cargo]
07 stars - your ex-lover is dead [set yourself on fire/city slang]
08 metric - dead disco [the old world underground/megaphon]
09 devendra banhart - i feel just like a child [cripple crow/xl recordings]
10 lcd soundsystem - daft punk is playing at my house (soulwax shibuya mix) [daft punk... 7"/dfa records]



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Saturday
  yet another album

ninja high school - young adults against suicide
[tomlab / indigo / 14.10.05]
nhs

mit hiphop verhält es sich vermutlich wie mit jeder anderen stilrichtung: einige erfolgreiche acts für den mainstream, ein "untergrund" und dann noch ganz viel schlechtes. richtig interessant wird es erst dann, wenn man entweder die richtigen stilmittel verwendet oder ein erfolgreiches mediales diktat erzeugen kann. oder wenn man genreübergreifend punkten kann. und letzteres ist mir normalerweise das liebste!

ich kann mich noch lebhaft an diesen nachmittag in unserem musikarchiv erinnern. pascal war gerade mit der rotation beschäftigt, ich mit einem enormen schlafdefizit und damit verbundenem aufmerksamkeitsmangel. jedenfalls hielt pascal eine cd hoch: "die ist enorm gut, diese platte. die wird dir sicherlich gefallen!"
ich habe keine ahnung warum - vielleicht wegen des dilletantisch wirkenden covers - aber aus irgendeinem grund quittierte ich pascals empfehlung mit einem "mmmhmm!"
ich könnte mich immer noch totärgern, über diese arroganz und nichtbeachtung, die mich so tief in meine teenager- und ein-kommoden-denkweise zurückwarf.

ninja high school sind die unehelichen kinder von hiphop, punk und comedy! eine kaugummiblase, kurz vor dem platzen. eine gelebte haus-party wie aus einem schlechten road-movie: angetrunkene, verkleidete gäste mit überschwänglicher gestik die einfach nur spaß haben und die party leben. die beastie boys zu "no sleep til brooklyn"-zeiten. eine charikatur aus public enemy und freejazz. cousins dritten grades von the go!team und hawnay troof. das überzeichnete bild der souls of mischief und unkle. kurzum all das, was hiphop immer sein wollte, in seiner reinform aber nur manchmal erreichte: partytaugliche kritikfläche zu sein, die sowohl klischees bedient als auch vernichtet, nur um anders als punk zu sein. greift das? ja!

"young adults against suicide" ist das album, das gefehlt hat um dieses jahr rund zu machen. mir jedenfalls. denn ich mag genre-hopping. lieber als jede maximo/the franzs-platte! dieses album verkörpert all die eigenschaften, die mir der deutsche hiphop nie geben konnte. für deren wurzeln ich bei entstehung noch zu jung (oder ungeboren) war. oder die ich mir früher nicht so vorstellen konnte. oder wollte. was weiß ich?! ich meine, die selbstauskunft sagt doch schon alles: "ninja high school is a positive hardcore dance-rap band from toronto!" wie viel mehr information braucht man noch? ich brauche da nichts mehr. entschuldigen sie bitte: ich muss das jetzt sofort auf die tanzfläche bringen...

>> ninja high school - young adults against suicide [flash/album stream]
>> ninja high school - by purpose not by plan (sex nerds mix) [mp3/5,0 mb]
>> ninja high school - shake it off [mp3/6,0 mb]



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Sunday
  yet another album

the chalets - check in
[v2 records / rough trade / 28.10.05]

chaletscover

was wurde da vor einiger zeit für ein geschrei gemacht, als immer öfter frauen die stimmen von erfolgreichen gitarrenbands waren: karen o. bei den yeah yeah yeahs, brody dalle als distillers-kopf oder melissa auf der maur "solo". hochstilisierung oder wie? punkrock? jaja, "fever to tell" war in der tat hevorragend, but anyway.

ungefähr zur gleichen zeit kamen the donnas auch mit einem neuen album um die ecke. von röhrendem punk wurde da gesprochen um die mädels sofort in die reihe der obigen damen zu stellen, aber weiter hinten, wo es nicht ganz so sehr nach glam oder koks riecht.

merkwürdige brücke, ich weiß. aber die brauche ich leider, um die fünf iren von the chalets erklären zu können. "check in", das erste album liegt auf dem rezensionstresen. dort werden einem schnell zimmerschlüssel übergeben, die stretch-limou vorgefahren und die ersten drinks kaltgestellt. guter stimmungs-pop mit - *öhem* - "rockigen ausflügen", viel synthie-keyboard-gebräse und zwei mädels, die ihren drei bandkollegen was druck machen.

was noch? verschiedene nach-vorne-geh-songs, von denen leider wenige länger als eine minute auf der tanzfläche bleiben. und dieses eine stück, das eben doch da bleibt - "nightrocker" heißt es, der kollege shhhh weiß was ich meine - erinnert dank des titels unglücklicherweise an night rocker von david hasselhoff. vom titel her, wie gesagt. ansonsten ist "nightrocker" genau wie "theme from the chalets" oder "love punch" ein amtlicher titel. das problem an der ganzen sache ist nicht der wilde und gleichzeitig stimmige mix aus punk, (brit-)pop und synthielektro - nennen wir noch schnell ladytron, le tigre, the detroit cobras, the b-52's und meinetwegen metric - es ist vielmehr, die gleichförmigkeit des albums, zumindest die gefühlte. denn beim hinhören mit nur einem ohr verschwimmen die einzelnen stücke immer mehr miteinander.

wird schon werden! die zeichen these days stehen gut für synth-gitarren-pop-sachen, die zwei attraktive vorzeigefrauen an bord haben. aber kann mir bitte jemand erklären, was das mit dem bandnamen soll?

>> the chalets - love punch [mp3 / 2,2 mb]
>> the chalets - no style [mov / video / stream]
>> the chalets - feel the machine [mov / video / stream]



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